Posts mit Tag Interview
14:10 - Di., 31 Aug. 2010
1 Anmerkung

Bibliotheken sind heutzutage viel mehr als Büchersammlungen, sie sind Innovationszentren für digitale Informationstechnologie und –dienste.

Zu den wichtigsten gehört die Bayerische Staatsbibliothek in München, deren stellvertretender Generaldirektor Dr. Klaus Ceynowa seit 2005 ist. 2007 hat er federführend den Vertrag mit Google zur Digitalisierung des gesamten urheberrechtsfreien Bestandes der Bibliothek, insgesamt mehr als 1 Million Bücher, verhandelt. Klaus Ceynowa hat zahlreiche Aktivitäten im Umfeld digitaler Informationsservices der Bayerischen Staatsbibliothek initiiert, u.a. den weltweit ersten Einsatz von Scanrobotik zur Buchdigitalisierung und die technische Aufbereitung von Digitalisaten zu virtuellen 3D-Objekten. Er ist ebenfalls verantwortlich für die Veröffentlichung der kostenlosen App Famous Book — Treasures of the Bavarian State Library.

PADOLOGISCH: Herr Dr. Ceynowa, beruht Famous Books auf einer Idee, die nur auf ein passendes Medium gewartet hat oder haben erst die Fähigkeiten des iPad sie dazu inspiriert? Hätten Sie die Anwendung auch nur für das iPhone veröffentlicht?

Dr. Klaus Ceynowa: In der Tat haben die mit der App Famous Books präsentierten Werke im iPad das ideale Medium gefunden. Mit mehr als 92.000 Handschriften, 20.000 Inkunabeln und 140.000 Drucken des 16. Jahrhunderts zählt die Bayerische Staatsbibliothek zu den international bedeutendsten Bibliotheken auf dem Feld des schriftlichen Kulturerbes der Menschheit. Seit vielen Jahren digitalisieren wir zusehends größere Teile dieser einzigartigen Bestände, um sie weltweit kostenfrei über das Internet verfügbar zu machen. Hierbei ist uns grundsätzlich jeder „Kanal“ und jedes Medium willkommen, dass uns eine neue Chance eröffnet, diesen Content in der digitalen Welt sichtbar werden zu lassen. Hierzu zählen zum einen Portale wie etwa Europeana oder die World Digital Library, aber natürlich auch neue Endgeräte wie das iPad. Mit seinem hochauflösenden, farbbrillanten Display ist das iPad wie geschaffen für die Wiedergabe prachtvoll illuminierter, digitaler Buchkunstwerke – eBooks aus dem Mittelalter, wenn Sie so wollen. Sie sehen das sofort, wenn Sie sich etwa das Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das zum UNESCO Memory of the World zählt, auf dem iPad durchblättern. Als Hybrid-App ist Famous Books auch auf dem iPhone verfügbar, und insbesondere das Retina-Display des iPhone 4 bietet hier eine einzigartige Präsentation der in der App verfügbaren Werke.

PADOLOGISCH: Tablet-PC, eBook-Reader, “consumption device” — nichts neues eigentlich. Was macht Ihrer Meinung nach den Erfolg des iPad aus? Was war für Sie ausschlaggebend gerade auf dieser Plattform ein solches Projekt zu starten?

Dr. Klaus Ceynowa: Der Erfolg des iPads liegt wohl vor allem in der extrem nutzerfreundlichen Usability, wodurch es auch für breite Zielgruppen jenseits der im engeren Sinne „technikaffinen“ Klientel interessant wird. Hinzu kommt natürlich der globale Verbreitungsgrad und die immense Popularität von iTunes und App-Store, die für uns der ausschlaggebende Grund waren, Famous Books gerade auf dieser Plattform anzubieten. Hier haben Sie eine echte Chance, wirklich webscale sichtbar und genutzt zu werden. Die Tatsache, dass wir in der Kategorie „Bücher“ auch sieben Wochen nach dem Launch unserer App noch unter den ersten 10 der beliebtesten Gratis-Apps stehen, zeigt, dass diese Entscheidung richtig war.

PADOLOGISCH:In wie weit ist Famous Books nicht nur ein technologisches Experiment, sondern auch der Versuch neue Zielgruppen für vergessenes Kulturgut zu begeistern?

Dr. Klaus Ceynowa: Glücklicherweise kann man nicht von „vergessenem Kulturgut“ sprechen. Die einzigartigen Handschriften, Inkunabeln und Drucke unseres Bestandes werden weltweit für Ausstellungen ebenso wie für wissenschaftliche Editions- und Forschungsvorhaben nachgefragt. Schon aus konservatorischen Gründen können aber in einer Ausstellung im Regelfall nur zwei Seiten aus einem Werk, dass u.U. viele Hundert kunstvoll gestaltete Seiten hat, in einer Vitrine zur Schau gestellt werden. Für unsere absoluten Spitzenstücke bietet die App nun die Möglichkeit, die Digitalisate dieser Werke von der ersten bis zur letzten Seite zu betrachten. Das können Sie zwar auch über unsere Website und diverse Internetportale, aber nirgendwo so schön wie auf dem iPad. Und genau das ist auch unser Ziel mit der App: das kulturinteressierte Segment der iPad- und iPhone-User für die Schätze der Bayerischen Staatsbibliothek zu begeistern.

PADOLOGISCH: Wie geht es Ihnen persönlich: Sind Sie hin und her gerissen zwischen der Qualität und der Haptik eines liebevoll gestalteten, gedruckten Buches und der recht nüchternen, aber funktionalen Zugänglichkeit einer digitalen Veröffentlichung?

Dr. Klaus Ceynowa: Auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben werden: Bibliothekare haben zumeist ein ziemlich prosaisches Verhältnis zum Medium „Buch“. Wir sind Informationsdienstleister und keine Bibliophilen. Das Buch ist für uns ein Informationsträger neben vielen anderen, wobei das breite Spektrum der elektronischen Informationsmedien derzeit organisatorisch, logistisch und finanziell eindeutig die größeren Herausforderungen stellt. Die Präferenz für ein bestimmtes Medium hängt also ganz vom jeweiligen Nutzungsszenario ab. Nehmen sie ein Beispiel aus dem privaten Bereich: Für die Strandlektüre ist das iPad vielleicht nicht das beste Gerät — Sandkörner und sonnencremefettige Hände bekommen ihm nicht so gut. Aber als eBook-Reader für zum Beispiel eine 800seitige Biographie ist es eine echte Alternative zur bleischweren Printversion.

PADOLOGISCH: Hat das iPad auch jenseits des beruflichen Interesses einen Platz in Ihrem Leben eingenommen?

Dr. Klaus Ceynowa: Ja, und zwar einen zusehends größeren Platz: Web-Browsing und die Bearbeitung von E-Mails erledige ich immer dann, wenn ich nicht gerade am Schreibtisch sitze, fast nur noch mit dem iPad. Überhaupt ist das iPad ein sozial außerordentlich kompatibles Gerät. Es gibt beruflich — z.B. ein Kleingruppen-Meeting — wie auch privat eine ganze Reihe von Situationen, wo es einfach unpassend oder direkt unhöflich ist, sein Laptop aufzuklappen und drauflos zu tippen. Da ist das iPad ein wesentlich dezenteres und diskreteres Gerät, dass weit weniger invasiv daherkommt.

Home Screen

“Meine aktuelle Lieblingsapp ist das Zeichnen- und Mal-Programm Brushes, dass ich schon auf dem iPhone sehr geliebt habe und das jetzt ganz aktuell auch als iPad-Edition verfügbar ist. Mit dem großen iPad-Display macht es natürlich noch viel mehr Spaß. Die Versuchung, Brushes während eines langweiligen Vortrages oder einer textüberfrachteten Präsentation aufzurufen, ist mit dem iPad besonders groß – siehe Frage 5!”

Lesen Sie dazu auch die Besprechung der App Famous Books.

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9:26 - Di., 24 Aug. 2010

Man könnte vermuten, wer tagtäglich mit den neuesten Errungenschaften der Informationstechnik in Berührung kommt, sei in der Regel kritischer und weniger begeisterungsfähig für neue Produkte, als ein normaler Computer-Benutzer. Nach zurückhaltenden Einschätzungen vor dem Launch, hat sich die Technologie-Presse zuletzt meist positiv zum iPad geäußert. Love it or hate it war ebenfalls ein häufig anzutreffende Meinung.

Thomas Cloer ist leitender Redakteur des Bereichs Nachrichten bei COMPUTERWOCHE.de und sitzt außerdem für den offiziellen Twitter-Feed der Redaktion an der Tastatur, privat bloggt der Journalist unter teezeh.de. In den letzten Monaten hat er sich sein eigenes kritisches Bild gemacht.

PADOLOGISCH: Angenommen jemand klaut Dein iPad, Thomas — würde es Dir fehlen? Würdest Du es wieder kaufen?

Thomas Cloer: Fehlen würde es mir auf jeden Fall. Man kann sich schon sehr daran gewöhnen, das Ding immer griffbereit zu haben. Am häufigsten und am liebsten nehme ich das iPad in jedem Fall auf dem Sofa zur Hand. Ob ich es wieder kaufen würde? Passt bei mir aktuell nicht ganz — denn ich habe “mein” iPad als Teststellung von Apple bekommen. Die Frage wäre also eher: Würde ich es mir selbst kaufen, sobald ich das Testgerät zurückgeben muss? Antwort: 50:50 — und wenn, dann sicher nicht das Topmodell mit 64 GB und 3G. 817 Euro sind mir dafür schlicht zu viel.

PADOLOGISCH: Als Angehöriger der schreibenden Zukunft: Stellt das iPad für dich eine ernsthafte Alternative zum Notebook als mobilen Arbeitsplatz dar?

Thomas Cloer: Auf keinen Fall. Man kann zwar auf der virtuellen Tastatur deutlich besser schreiben als ich ursprünglich gedacht hätte. Aber viel länger als ein paar Tweets mag ich damit auch nicht tippen. Außerdem fehlt mir eine hinreichend mächtige Textverarbeitung — Pages ist ganz nett, aber nicht für meine Zwecke. Das Keyboard-Dock habe ich übrigens noch nicht ausprobiert. Wüsste auch nicht, warum ich das tun sollte, denn ich habe ein MacBook Pro auf dem (heimischen) Schreibtisch stehen. Und für einen mobilen Arbeitsplatz reicht das iPad definitiv nicht — ich sage mal nur USB und Drucken

PADOLOGISCH:Mehr als 3 Millionen verkaufte iPads im ersten Quartal seit Markteinführung — überzeugte Nutzer, Geek-Statussymbol oder Hype? Was glaubst Du, wie viel Substanz hat dieser Erfolg?

Thomas Cloer: Geek-Statussymbol ist gewiss ein gutes Stichwort. Fanboys ein anderes. Apple ist es aber definitiv mit dem iPad auch gelungen, der Tablet-Gattung, an der sich Microsoft samt Hardwarepartnern über Jahre vergeblich versucht hat, endlich Leben einzuhauchen. Und zwar durch Fokus auf das Wesentliche und Weniger ist (manchmal) mehr. Die Verkaufszahlen werden für Apple sicher zurückgehen, wenn irgendwann mehr brauchbare Tablet-Alternativen am Markt sind - da glaube ich übrigens eher an Geräte mit Android respektive künftig auch Chrome OS denn an Windows 7. Eine spannende Frage wird außerdem sein, inwieweit das iPad Apples Notebook-Verkäufe kannibalisiert. Zuletzt war davon ja noch nichts zu spüren.

PADOLOGISCH: Deinem Blog kann man entnehmen, dass auf Deinem Mobiltelefon Android und nicht iOS läuft. Wäre Dir ein Gerät mit iPad Hardware und Googles Software-Plattform lieber?

Thomas Cloer: Nein. Ich habe so lange die ersten drei iPhone-Generationen auch beruflich beackert, dass ich irgendwann a) einfach die Nase voll hatte und b) auch Lust, mich mal wieder intensiver mit einer anderen Plattform zu befassen. Die Kombination aus Apple-Hardware (die sicher mit der nächsten iPad-Generation nochmal interessanter wird) und iOS finde ich schon sehr gelungen. Und bin auch schon sehr gespannt, wie iOS 4 auf dem iPad läuft, wenn Apple es dann irgendwann mal fertig hat.

PADOLOGISCH: Apples Wettbewerber erholen sich langsam vom Überraschungserfolg des iPad und es gibt ständig Neuankündigungen von (häufig Android-basierten) Tablett-Computern. Rechnest du zeitnah mit relevanten Alternativen?

Thomas Cloer: Ich glaube schon, dass wir zum Weihnachtsgeschäft zumindest ein paar interessante Android-Tablets sehen werden. Ganz persönlich bin ich aber eher auf Chrome OS gespannt. Einfach weil Android doch bislang primär für Smartphones entwickelt wurde und nicht für Tablet-Computer.

Home Screen

“Meine derzeitige Lieblings-App auf dem iPad ist definitiv Flipboard. Das ist überhaupt die erste App, die aus meiner Sicht dem iPad wirkiich gerecht wird. Eher traurig stimmen mich hingegen die vielen miesen Adaptionen von Print-Publikationen - um nur ein Beispiel zu nennen die Welt ohne einen einzigen externen Link. Eine rühmliche Ausnahme ist vielleicht die WIRED, die allerdings für ihre viel zu großen Downloads pro Ausgabe ein dickes Minus kassiert. Ich hoffe, da kommt noch mehr…”

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16:39 - Fr., 13 Aug. 2010

Charles Stross by Ed Gaillard, on Flickr
Creative Commons Attribution-Noncommercial-Share Alike 2.0 Generic License  by  Ed Gaillard 

Der englische Science-Fiction-Autor Charles Stross (Accelerando, The Laundry-Serie) ist ein bekennender Gadget Freak. Um seine Leidenschaft etwas unter Kontrolle zu bringen, lautete sein Neujahrsvorsatz für 2010: “Keine Computer kaufen!”. Ein paar Schlupflöcher hat er sich allerdings gelassen, z.B. um das damals bereits angekündigte iPad nicht ignorieren zu müssen.

Seit Ende Mai hat er in seinem Blog, Charlie’s Diary, bereits mehrfach praxisnah über seine Erfahrungen mit dem neuen Gerät berichtet und es dabei vor allem von der Warte des Schriftstellers aus gesehen.

PADOLOGISCH: Obviously word processing is a primary use case for every writer owning an iPad. However, the out of the box options for serious writing are limited — which led you to some experiments with combinations of software and external keyboards. Have you come any closer to a satisfying solution in the last weeks?

Charlie Stross: Not yet. But that’s down to software release cycles. The next release of Documents-to-Go from DataViz should hopefully include full support for external keyboards. Meanwhile, it’s anybody’s guess when Apple will release an upgrade for Pages — which works fine with external keyboards, but doesn’t play nice with cloud-based storage solutions like DropBox or Google Docs, and omits some core word processing capabilities (such as a word count).

PADOLOGISCH: I’ve read about a user who soon perceived the mobility and the accessibility of the iPad as a strain, because moments of idleness — usually used for creative thinking — were increasingly rare. Is permanent availability of the working enviroment a blessing or a curse?

Charlie Stross: It depends who you are and how you work, unfortunately.

I find the iPad’s lack of multitasking to be paradoxically useful, because it lets me wall out distractions and focus on one task at a time. On the other hand, I’m not much of a gamer (my total gaming time on the machine is probably measured in minutes, despite having Plants v. Zombies and Civilization: Revolutions installed). Having to consciously block out my email or news-reading time is helpful — I can’t simply switch virtual desktops (a perpetual temptation on my Macbook, until I banished email and IM entirely to another machine).

In addition, given my lifestyle — self-employed writer — I don’t draw a hard line between work and personal life. I hope, however, that if I had a regular working-for-someone-else job and my boss tried to inflict an iPad on me I’d have the sense to fight them off. And ditto for the ubiquitous Blackberry.

PADOLOGISCH: I like your observation that, “[The iPad] is roughly where the Macintosh was in late 1984. Which is to say, a lot of people don’t get it, and think it’s a toy — and in truth, there’s a lot of stuff it doesn’t do properly yet. But it’s an astonishingly promising toy. And what it promises is an entirely new way of getting stuff done.” Are you surprised, that even tech-savvy people are sometimes quite resistant to paradigm shifts in technology?

Charlie Stross: Not in the slightest. People get invested in the current paradigm, and consequently shifting to a new model is extremely painful. Thomas Kuhn noted that paradigm shifts in the sciences usually involve the retirement or death through old age of the distinguished professors who are invested in the model being superseded. But these days we don’t have the time for that. Worse: we’re presented with purported paradigm shifts on a daily or weekly basis — how do you tell the real thing from the over-hyped marketing nonsense? Apple’s fans are, to some extent, guilty of over-hyping the product, and this makes bystanders suspicious.

PADOLOGISCH: What do you think about the iPad-exclusive release of a novel like A Singing Whale by Ryu Murakami? Is this a complementary path besides the traditional publishing industry that you might walk down?

Charlie Stross: I think, to borrow a phrase from Sir Humphrey Appleby, it’s “very daring”. Which is a polite way of saying: “After you! (In a couple of years, after due consideration …)”

I’ve been reading ebooks and watching the ebook scene since roughly 1997. And I believe there’s a lot of hype and nonsense (bordering on outright lies) coming from folks with a vested interest in pushing ebooks who hope to supplant the current publishing wholesale/retail supply chain as gatekeepers and rent-takers for the reading public.

Right now, ebook sales are around 2% of mass-market sales and perhaps 5-8% of hardcover sales. (I’ve been told, by the author, the sales figures for a recent Kindle Store bestseller; they were a bad joke, and the punch line is that the book in question went bestseller because it was being given away for free as a special promotion.)

This is not to say that ebooks aren’t building rapidly, and potentially offer a higher revenue return per unit shipped because they by-pass the conventional supply chain. However, contrary to public opinion, the production costs are barely any lower than the costs for paper books; paper is cheap, but the need for editing and proofreading and layout and marketing don’t go away just because you’re going online.

I believe that once everyone’s carrying a smartphone with a display at least as good as the iPhone 4’s retina display, then and only then ebooks will begin to eat seriously into the market share of the mass market paperback. It will take a generation to kill the MMPB, though, because there’s profound inertia among older folks who aren’t used to reading on a phone screen. And the high-quality hardcover will take an awful lot longer to die.

PADOLOGISCH: You said, the iPad doesn’t feel like a computer, more like a magic book, an ancestor to the Young Lady’s Primer in Neil Stephenson’s The Diamond Age. How do you like the idea of writing an interactive work — where text, moving pictures, music, online content form a greater whole and even the consumption device itself may become a story element?

Charlie Stross: Neal Stephenson, Greg Bear and others are doing it already, working with Subutai Corporation on The Mongoliad. So it’s definitely happening.

The problem for me is that I’m a writer. I’m not an artist, a film director, or a multimedia producer. To work on such a product implies collaboration and making compromises to the story line for compatibility with production constraints and the creative vision of the collaborators. If I wanted that I’d be scrabbling to get a Guild of Screenwriters card and move to Hollywood, or banging on Rock Star’s door. I write novels — not the world’s highest-paid job — because I enjoy the degree of creative autonomy it gives me.

Home Screen*

“Much of the time I use my iPad as an ebook reader: it’s a Kindle, but more importantly, it runs Stanza (the best reader for non-DRM’d ebooks I’ve yet found) and GoodReader (the killer app for reading PDFs). DropBox is a work hub for me, allowing me rapid online access to my work files. Currently for word processing I’m using Pages (despite all my gripes about it), and round-tripping files back to DropBox by way of an email-to-dropbox gateway service called Habilis. (When Documents to Go finally gets proper external keyboard support I’ll switch in a split second.) For web browsing I use Atomic Browser (tabs, basic ad blocking), and for RSS I use NetNewsWire, and for offline reading I’ve got Instapaper. I need to use my Evernote account more, but I’m not a big Getting-Things-Done methodology fan.”

* Ich möchte mein Fünf-Fragen-Format eigentlich nicht sprengen und außerdem wäre diese Frage bei allen Interview-Partnern gleich - daher führe ich diesen Extrablock ein, in dem die Befragten ihre aktuellen Lieblingsapps und Einsatzgebiete vorstellen können.

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14:59 - Mi., 4 Aug. 2010
2 Anmerkungen

In dieser Rubrik sollen zukünftig iPad-Besitzer zu Wort kommen und über ihre Erfahrungen - vor allem im professionellen Einsatz - berichten.

Den Anfang macht heute Dr. Rudolf Mumenthaler, Leiter des Bereichs Innovation und Marketing an der ETH-Bibliothek in Zürich. Seit 2009 befasst er sich dort mit Innovationsmanagement und setzt sich dabei intensiv mit E-Book-Readern und ihren Einsatzmöglichkeiten in Hochschulbibliotheken auseinander.

In seinem Blog hat er bereits zahlreiche Beiträge zu seinen Erfahrungen mit E-Book-Readern und zuletzt dem iPad veröffentlicht, ganz aktuell in einem Artikel mit dem Titel iPad als Notebook-Ersatz?.

PADOLOGISCH: Herr Dr. Mumenthaler, wie magisch und revolutionär ist denn nun das iPad? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Dr. Mumenthaler: Ja, meine Erwartungen wurden erfüllt. Magisch ist die Leichtigkeit und Geschwindigkeit, mit der man die unterschiedlichsten Inhalte nutzen kann. Der Zugang zu Mails, zum Kalender und zu allen möglichen Internetquellen ist so einfach wie mit keinem anderen Gerät. Im Vergleich zu PCs hat mich insbesondere die Schnelligkeit überrascht. Das iPad ist in Sekundenbruchteilen gestartet. Deshalb checke ich Mails und News im Web am liebsten vom iPad aus.

PADOLOGISCH: Sie haben den Selbstversuch gemacht, ihr Notebook im Dock gelassen und sich auf das iPad als mobilen Computer beschränkt - mit welchem Ergebnis?

Dr. Mumenthaler: Mit sehr zufriedenstellendem Ergebnis. Zunächst schone ich meinen Rücken, da ich viel weniger Gewicht mit mir herumtrage. Trotzdem konnte ich wirklich fast alle Aufgaben mit dem iPad lösen. Ich habe sogar eine Vortragspräsentation direkt ab iPad (mit Keynote) über den Beamer gemacht. Da das iPad keine der üblichen Hardware-Schnittstellen aufweist, insbesondere keine Anschlussmöglichkeit für einen USB-Stick, ist die Integration in die Cloud umso wichtiger. Die Synchronisation via iTunes als Hauptweg finde ich nicht zeitgemäss.

Dabei vermisse ich auch eine File-Struktur auf dem iPad, wie sie für PC und Mac selbstverständlich ist. Es gibt auf dem iPad also keinen Ort, an dem ich alle Dokumente speichern kann. Auch dafür muss ich den Umweg über Applikationen wie Dropbox nehmen. Ideal wäre ein virtuelles Laufwerk, das die Daten in der Cloud speichert, die dann von jeder Applikation auf dem iPad (und dem PC) erreichbar wären. Das vermisse ich mehr als die USB-Schnittstelle.

PADOLOGISCH: Das iPad als Notebook-Ersatz? - viele Medien haben in ihren ersten Besprechungen ähnliche Vergleiche gezogen. Muss man sich davon nicht etwas lösen? Ist das iPad zwar für manche Aufgaben weniger geeignet, öffnet dafür aber die Türen für ganz neue mobile Einsatzgebiete?

Dr. Mumenthaler: In meinem Fall deckt das iPad die allermeisten Anwendungsfälle ab, die ich sonst mit dem Notebook erledigt habe. Insofern ersetzt es mir das Notebook sehr gut, aber nicht den PC. Wobei Smartphones (nicht nur das iPhone…) hier noch weitere Möglichkeiten bieten, für die das iPad dann doch wieder zu sperrig ist. Vom iPhone aus nutze ich zum Beispiel die geobasierten Anwendungen wie Foursquare oder auch Apps zum Aufzeichnen von Trainingseinheiten beim Jogging. Also ist das iPad eben doch ein zusätzliches Gerät zum PC und zum Smartphone.

PADOLOGISCH: Nur eine Minderheit der existierenden Apps nutzt bereits konsequent alle Möglichkeiten des iPads (z.B. das Multitouch-Bedienkonzepts), Spiele präsentieren dabei häufig noch die innovativsten Ideen. Ist das ein natürlicher Lernprozess? Erwarten Sie in einem Jahr Anwendungen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können?

Dr. Mumenthaler: Oh ja. Die neuste solcher Anwendungen, die ich mir bisher gar nicht vorstellen konnte, ist Flipboard. Es bietet auf geniale Weise die Integration der sozialen Netzwerke und von News in eine personalisierte Oberfläche, die nach einem professionellen Magazin aussieht. Ich sehe hier durchaus Parallelen zur Entwicklung bei den Smartphones. Wenn ich denke, wie sich die geobasierten Informationen oder augmented Reality, die vor kurzem noch nach reiner Science Fiction tönten, durchsetzen konnten, dann kann beim iPad noch viel passieren. Das iPhone hat einen gewaltigen Innovationsschub ausgelöst, und ich erwarte das auch beim iPad. Nicht nur bei den Spielen, sondern auch bei alltäglichen Anwendungen, wie z.B. bei den News. Auch die E-Books dürften künftig vermehrt mit multimedialen Inhalten angereichert werden und ganz neue Präsentationsformen bringen.

PADOLOGISCH: Wie beurteilen Sie das iPad im Vergleich mit dedizierten E-Book-Readern wie dem Kindle von Amazon? Gibt es einen Markt für beide Gerätearten oder werden sich langfristig die Multifunktionalen durchsetzen?

Dr. Mumenthaler: Amazon hat mit der massiven Preisreduktion gezeigt, wo die Zukunft der dedizierten E-Book-Reader sein wird: als preisgünstiges mobiles Lesegerät. Der Kindle spricht eine ganz andere Zielgruppe an als das iPad. In den USA sind weit über die Hälfte der Kindle-User über 40 Jahre alt, und diese Zielgruppe ist ja durchaus interessant. Das iPad dagegen spricht auch jüngere Generationen an. Als eReader sind hier die Zeitungen und Magazine wichtiger als die E-Books. Aktuelle Nutzerstudien zeigen, dass nur rund ein Drittel der iPad-Nutzer das Gerät zum Lesen von E-Books einsetzt. Wichtigste Anwendung des iPad ist die Internetnutzung. Insofern gibt es für beide Geräte einen Markt.

Nach seiner aktuellen Lieblingsapp gefragt, zeigt sich Dr. Mumenthaler zwar momentan von Flipboard begeistert, gibt dann aber doch Dropbox den Vorzug. Mit Hilfe von Dropbox lasse sich das iPad recht gut in die Cloud integrieren, um Dokumente zwischen PC, Mac, iPhone und iPad auszutauschen und auch mit anderen Personen zu teilen: “In Verbindung mit Quickoffice kann ich alle gängigen Dokumente – vom Worddokument, über eine Exceltabelle bis zur PowerPoint-Präsentation – verwalten und online nutzen. Bei Keynote und Pages vermisse ich die Unterstützung von Dropbox. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.”

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