- 22:21 - Mi., 1 Sept. 2010
- 1 Anmerkung
Funkstille
Urlaubsbedingt wird es in den nächsten 14 Tagen etwas weniger padologisch zugehen.
- 9:50 - Mi., 21 Juli 2010
Editorial
Eines vorweg: ein typischer Apple-Fanboy bin ich nicht. Auf meinen Desktops lief seit je her Windows (zuletzt auch mal Ubuntu) und ich wahr damit immer zufrieden, meine Musik kam unterwegs nie aus einem iPod. Das iPhone? Bisher kein Interesse: ich telefoniere wenig, mobiles Internet auf einem halbtellergroßen Display hat mich nicht gereizt und wenn ich spielen will, dann benutze ich ein Nintendo DS. Ich gehöre viel mehr zu der Gruppe der iPad-Käufer, für die dies ihr erstes Apple-Produkt ist (je nach Studie zwischen 25 und 30%).
Historie
Die Diskussion, ob das iPad nun eine eigene, neue Geräteklasse darstellt oder nicht, finde ich unerheblich: seinen meßbaren Erfolg (über 3 Millionen verkaufte Geräte in 3 Monaten) schmälert das nicht. Mag sein, dass die PC-Windows-Industrie in den letzten Jahren immer wieder versucht hat mit Tablet-PC, UMPC, und was nicht sonst allem die Evolution der tragbaren Computer voranzutreiben - über ein paar Early Adopter oder ein Nischen-Dasein in sehr speziellen Anwendungsszenarien ist man dabei nicht hinausgekommen.

Vor etwa zwei Jahren gab es dann wieder einen Hoffnungsschimmer für den PC-Markt: die Welle der kleinen und kostengünstigen Netbooks erfasste auch mich. War ich zunächst noch zufrieden, so musste ich schon bald feststellen, dass ich nach wie vor versuchte meine “große” Desktopumgebung auf dem kleinen Bruder nachzubauen - inkl. der hardwarebedingten Abstriche, da half auch die bessere Performance von Windows 7 nichts.
And along came the iPad…
Liebe auf den ersten Blick war es nicht, dafür war meine gelernte Skepsis gegenüber Apple-Produkten zu tief verwurzelt: kein US-Import, keine Vorbestellung zum Vekaufsstart in Deutschland. Erst eine hands-on Demonstration eines Freundes triggerte die Kaufentscheidung. Apple ist es gelungen der Idee des tragbaren Tablett-Computers das entscheidende Etwas hinzuzufügen, das für mich und viele andere den Ausschlag gegeben hat - ob es der Formfaktor, das überlegene Multi-Touch-Interface, das allgemeine Bedienkonzept oder etwas anderes war ist letztendlich egal.
Das iPad füllt eine Lücke in meinem digitalen Alltag, die bisherige Endgeräte nicht schließen konnten. Wer auch nur ein bisschen Liebe für Science-Fiction hat, kann vielleicht mein Gefühl nachvollziehen: jetzt sind wir der Zukunft wieder ein Stückchen näher gekommen. Der Unterhaltungsfaktor spielt dabei auch eine große Rolle und damit meine ich nicht Spiele: schon lange hat es nicht mehr solchen Spaß gemacht sich mit einem neuen Computer zu beschäftigen - und ich hatte wirklich schon viele Rechner. Mein Netbook habe ich übrigens mittlerweile wieder verkauft.

Magie, Regenbögen und Einhörner
Die Kampagne von Apple zur Vermarktung des iPads wendet sich stark an Menschen, die bisher keinen Computer hatten oder wollten - das mag stimmen und auch funktionieren, deckt aber nur einen Teil der Käufergruppe ab. Das Attribut magisch hat mich eher abgeschreckt, weil es nach substanzlos klingt. Vielleicht hatte die Agentur von Apple aber auch nur das dritte Clarksche Gesetz im Kopf: “Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden”.
Mich reizt vor allem das Potential eines ganz neuen Umgangs mit mobilen Computern. Was momentan an Anwendungen existiert kann daher nur der Anfang sein: zukünftige App-Generationen werden neue Wege entdecken, neue Interface-Konzepte entwickeln, die sich von der herkömmlichen Tastatur-Maus-getriebenen Software absetzen. - und ich habe hier und jetzt ein Gerät in der Hand um daran teilzuhaben.
Kritiker des iPad, die z.B. eine bessere Word- oder Excel-Integration vermissen, verfehlen den Punkt und sollten besser wieder zu ihrem Laptop zurückkehren. Ich bin gerade an den Anwendungen interessiert, für die es kein Äquivalent auf dem herkömmlichen Computer-Desktop gibt.
Thronanwärter
Meine Skepsis gegenüber Apple ist damit übrigens nicht von heute auf morgen vom Tisch: Kein Unternehmen dieser Größe kann nur gut oder nur böse sein. Wer als Konsument alles blind und kritiklos in den Himmel preist, was von Apple produziert wird, ist dumm und erlebt spätestens seit dem Antennagate ein unangenehmes Erwachen: Auch Apple ist nicht perfekt - was mir persönlich irgendwie sympathischer ist, solange es die Ausnahme bleibt.
Mich überzeugt jedoch das Konzept des iPad - und nicht das Gerät oder das Unternehmen per se - von daher hoffe ich wirklich, dass sich ein relevanter Wettbewerb entwickeln wird. Momentan habe ich allerdings noch keinen iPad-Killer gesehen, nur jede Menge Anwärter - der Vergleich zum iPhone und dem Mobiltelefonmarkt liegt nahe: hier hat die Konkurrenz ebenfalls sehr lange gebraucht, um auch nur vergleichbare Geräte herauszubringen.
Padologisch
Die Suche nach relevanten Hintergrundinfos und aussagekräftigen App-Besprechungen ist mir kurz nach dem Kauf nicht leicht gefallen. Klar, der Weg führte von der Pflichtberichterstattung der einschlägigen Tech- und Apple-Blogs über den App Store (dessen Bewertungssystem ich als nur wenig hilfreich kennengelernt habe) zu Review-Portalen deren Strategie ‘Masse statt Klasse’ zu sein scheint. An einem Ort gebündelt habe ich die Infos, die mich interessierten, nicht gefunden.
Das zu verbessern ich mein Anspruch für dieses Blog: Fakten, Besprechungen und vor allem Geschichten rund um ein - möglicherweise - revolutionäres Gerät.
PS: Mit der Suche nach dem tieferen Sinn des Titels sollte man nicht zu viel Zeit verbringen: dahinter verbirgt sich keine krankhafte Leidenschaft des Autors für das Produkt, sondern lediglich ein kleines, prägnantes Wortspiel.
