- 10:53 - Do., 29 Juli 2010
Papierloses Lesen: Fiktionale Texte
Gestern Abend habe ich das erste fiktionale Werk (Ilium von Dan Simmons) auf dem iPad zu Ende gelesen.
Zeitungen, Magazine und Sachbücher sind eine Sache und das iPad als elektronische Bibliothek für meine Fachliteratur war von Anfang an ein geplantes Einsatzgebiet*, aber was die Lektüre von Belletristik angeht war ich doch immer mehr als skeptisch (zumal ich Bücher wirklich liebe und keinen Laden ohne Kauf verlassen kann…).
Nach dieser ersten eigenen Erfahrung stelle ich nun fest: es ist OK. Im Urlaub am Strand würde ich aus praktischen Erwägungen immer noch die Papiervariante dem 600€-Reader vorziehen, aber meine Leidenschaft für die visuelle und haptische Qualität eines Taschenbuchs im Wert von 10€, dass nach einmaligem Lesen vermutlich nie wieder angefasst wird, hält sich dann doch in Grenzen (ich muss auch sagen: irgendwann gibt es auch einfach ein Platzproblem).
Eine Zwischenfrage die sich mir gerade noch stellt und auf die ich als Laie durch simples Nachdenken (keine gefällten Bäume: gut - elektronische Lesegeräte aus China: schlecht) keine klare Antwort finde: wie steht es eigentliche um den ökologischen Fußabdruck von Büchern versus ihren digitalen Ausgaben?
Gelesen habe ich meist in der U-Bahn oder im Bett (d.h. mein eigentliches Leseverhalten ist vom Medium unberührt geblieben), von zusätzlichen (Lesen im Bett macht mich ohnehin meist schläfrig…) Ermüdungserscheinungen aufgrund der Anzeigetechnik kann ich nicht berichten (Tipp für Kinder: Lesen unter der Bettdecke benötigt keine zusätzliche Taschenlampe, ist aber auch lange nicht so romantisch…).
Amüsanter Nachteil der elektronischen Version: bereits vorgestern Abend dachte ich, ich wäre kurz vor Ende des Buchs und müsste “nur noch schnell die letzten Seiten” lesen. Leider stellte sich dann heraus, dass ich mich im Lesewahn bei den Seitenzahlen vertan und noch weitere 100 Seiten vor mir hatte - das wäre mir mit dem Taschenbuch nicht passiert.
Fazit
Papierlose Romane? Hin und wieder ja, z.B. auch für frei erhältliche Ebooks wie die Werke von Cory Doctorow - aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen irgendwann keine Bücher mehr zu kaufen.
* Zu den anderen Textformen werde ich noch weitere Erfahrungsberichte schreiben.


